
Die Spin-JO-Ch-Stiftung: Wie Schweizer Unternehmen nachhaltige Wertschöpfung im Sport fördern
Der Schweizer Sport ist im Wandel – nicht nur wegen der wachsenden Beliebtheit von Fitnessstudios oder der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Events. Im Zentrum dieser Entwicklung steht die weiterlesen, ein Modellprojekt, das seit Jahren zeigt, wie Unternehmen und öffentliche Institutionen gemeinsam Sportinfrastrukturen gestalten können, die ökologisch, wirtschaftlich und sozial tragfähig sind. Gegründet 2015 als Pilotprojekt in der Region Zürich, hat sich Spin-JO-Ch heute zu einem Referenzbeispiel für nachhaltige Sportförderung entwickelt – und wird von anderen Kantonen wie Aargau oder Bern als Blaupause für ähnliche Initiativen genutzt. Die Stiftung verbindet zwei zentrale Schweizer Stärken: den Fokus auf lokale Wertschöpfung und die Vorliebe für interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Herzstück der Stiftung ist ihr Modell der „Spin-JO-Stationen“, die in Kooperation mit kommunalen Partnern und Sportvereinen an ausgewählten Standorten entstehen. Statt klassischer Sportanlagen entstehen hier multifunktionale Zentren, die nicht nur für Fitness, aber auch für Gemeinschaftsprojekte, Bildung oder sogar lokale Produktion genutzt werden können. Ein besonders innovatives Beispiel ist die Station in Winterthur, wo die ehemaligen Hallen des ehemaligen Sportclubs „Winterthur“ zu einem „Green Hub“ umfunktioniert wurden: Hier werden neben Fitnessgeräten auch Biogasanlagen betrieben, die Abwärme aus den Geräten nutzen, und Workshops zu nachhaltigem Konsum angeboten. Das Projekt zeigt: Sportanlagen können nicht nur Sport treiben, sondern auch Klimaneutralität vorleben.
Doch Spin-JO-Ch ist mehr als ein technisches Modell. Die Stiftung setzt auf eine klare Priorisierung: Sie fördert nicht nur den Bau von Anlagen, sondern auch die langfristige Nutzung durch die Bevölkerung. Ein zentraler Hebel ist ihr „Nutzerfinanzierungsmodell“, bei dem Vereine und Unternehmen gemeinsam die Betriebskosten tragen. In der Praxis bedeutet das: Ein Verein wie der „Basler Sportclub“ zahlt einen Teil der Miete, während ein lokaler Unternehmen wie die Migros die Nutzung von Gemeinschaftsräumen finanziert. Das Ergebnis ist eine Anlage, die nicht nur profitabel, sondern auch sozial verankert ist – und damit langfristig attraktiv bleibt. Die Stiftung dokumentiert diese Modelle in einer eigenen Datenbank und teilt sie mit anderen Kantonen, was zeigt, wie nachhaltige Sportinfrastrukturen in der Schweiz skalierbar sind.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bis 2023 hat Spin-JO-Ch über 20 Stationen in der Schweiz etabliert, davon allein 15 in der Region Zürich. Die durchschnittliche Nutzungsrate liegt bei 80 Prozent, und die Betriebskosten sind um 30 Prozent niedriger als bei klassischen Sportanlagen. Besonders beeindruckend ist der ökologische Fußabdruck: Durch die Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien reduzieren die Stationen ihren CO₂-Ausstoß um bis zu 40 Prozent im Vergleich zu konventionellen Anlagen. Das Projekt hat zudem gezeigt, dass nachhaltige Sportinfrastrukturen nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sind – ein Modell, das sich zunehmend in anderen Branchen nachahmen lässt.
Ein zentraler Unterschied zu klassischen Sportförderinitiativen ist Spin-JO-Chs Fokus auf „Wertschöpfungsketten“. Während andere Projekte oft nur die Sportanlagen selbst finanzieren, setzt die Stiftung auf eine ganzheitliche Betrachtung: Sie fördert nicht nur die Nutzung der Anlagen, sondern auch lokale Unternehmen, die dort arbeiten, wie etwa Handwerker für Wartung oder Gastronomiebetriebe, die in den Gemeinschaftsräumen einkaufen. Ein Beispiel ist die Station in Luzern, wo ein kleines Möbelwerk die Geräte herstellt und direkt vor Ort verkauft. Diese Vernetzung schafft nicht nur Arbeitsplätze, sondern stärkt auch die lokale Wirtschaft – und macht Sportinfrastrukturen zu echten „Wirtschaftszentren“. Die Stiftung zeigt damit, dass Sport und Wirtschaft nicht Gegensätze sein müssen, sondern sich sinnvoll ergänzen können.
Trotz dieser Erfolge gibt es auch Herausforderungen. Ein zentraler Punkt ist die Skalierung: Während die Stiftung in der Schweiz bereits Fuß gefasst hat, fehlt es in vielen Regionen an der nötigen politischen Unterstützung oder der Finanzierung durch private Partner. Zudem ist die Nachfrage nach solchen Modellen groß – doch der Aufbau einer Station dauert Jahre und erfordert eine intensive Planung. Hier setzt Spin-JO-Ch auf eine klare Strategie: Sie arbeitet mit Kantonen zusammen, um die Rahmenbedingungen zu vereinfachen, und bietet Schulungen für lokale Akteure an. Ihr Ziel ist es, bis 2030 mindestens 50 Stationen in der Schweiz zu etablieren – ein ambitioniertes, aber machbares Vorhaben.
Die Spin-JO-Ch-Stiftung zeigt, dass nachhaltiger Sport in der Schweiz kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist. Sie verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg und schafft so Modelle, die über den Sport hinausweisende Wirkung entfalten. Ob durch die Nutzung von Abwärme, die Förderung lokaler Unternehmen oder die langfristige Bindung der Nutzer:innen – die Stiftung beweist, dass Sportinfrastrukturen nicht nur für Fitness, sondern auch für eine lebenswerte Zukunft stehen können. Wer mehr über diese innovative Initiative erfahren möchte, findet auf ihrer Website weiterlesen.
- Seit 2015 hat Spin-JO-Ch über 20 Stationen in der Schweiz etabliert, davon 15 in der Region Zürich.
- Durch Abwärme und erneuerbare Energien reduzieren die Stationen ihren CO₂-Ausstoß um bis zu 40 Prozent.
- Die durchschnittliche Nutzungsrate liegt bei 80 Prozent, Betriebskosten sind um 30 Prozent niedriger als bei klassischen Anlagen.
- Die Stiftung fördert lokale Unternehmen wie Handwerker oder Gastronomiebetriebe, die direkt vor Ort arbeiten.
- Bis 2030 plant Spin-JO-Ch, mindestens 50 Stationen in der Schweiz zu schaffen.
